Wohnen

Schränke

Der Schlafzimmerschrank ist ein wichtiges Möbelstück, das täglich benützt wird. Es ist daher wichtig, dass der Schrank an den individuellen Bedarf und Bedürfnisse angepasst wird.

Glasböden erleichtern die Einsehbarkeit und Übersichtlichkeit der oberen Fächer. So ist aus jedem Winkel ersichtlich, was gelagert wird. Innen an der Decke angeklebte Spiegel geben zusätzliche Sicht.

Schiebetüre

Schränke mit Schiebetüren schaffen mehr Platz im Schlafzimmer. Es ragen keine Türen in den Raum rein, die den Weg versperren. Schiebetüren können meist ohne großen Kraftaufwand bedient werden. Für Personen, die im Rollstuhl sitzen, bieten sie darüber hinaus den Vorteil, dass die Schiebetüre geöffnet werden kann, ohne dass der Rollstuhl manövriert werden muss.

Zu beachten ist, dass der Schrank gut greifbar Griffe hat. Relinggriffe ermöglichen unterschiedliche Greifhöhen und sind daher gut geeignet, wenn Personen mit sehr unterschiedlichen Greifhöhen im selben Haushalt wohnen. Zu bedenken ist aber, dass die Schiebetüren in dem Fall nicht mehr vollständig hintereinander geschoben werden können. Die Schiebetüre lässt sich nur noch bis zum Relinggriff öffnen.

Eine Alternative stellen Griffmulden dar. Da die Mulden in die Schranktüre eingelassen werden, können die Schiebetüren problemlos vollständig geöffnet werden. Griffmulden gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und können auf der individuelle Griffhöhe angebracht werden.

Auszüge

Im Kleiderschrank bieten Auszüge eine optimale Übersicht. Durch das komplette Ausziehen ist die gesamte Tiefe des Schrankes nutzbar, beschwerliches Bücken zum Erreichen der unteren Fächer entfällt. Die gesamte Raumtiefe kann so bestmöglich genutzt werden.

Entsprechende Auszüge oder Drahtkörbe auf leichtgängigen Schienen sind problemlos nachrüstbar. Für Auszüge werden diverse optimierte Inneneinteilungssysteme angeboten, die das Einräumen zusätzlich erleichtern.

Der Auszug sollte stabil ausgeführt werden, so dass er auch einmal als Ablage verwendet werden kann.

Kleiderstange

Höher gelegene Kleiderstangen in Schränken und Garderoben lassen sich oft kaum oder gar nicht erreichen. Mit einem Kleiderlift lässt sich die gesamte Schrankhöhe nutzen, ohne eine Leiter zur Hilfe nehmen zu müssen. Der Kleiderlift kann die Kleiderstange bequem bis auf Sitzhöhe hinabbewegen. 

Manuelle, dies bedeutet mechanische Kleiderlifte, werden mit einer Zugstange bedient und lassen sich problemlos in jeden Kleiderschrank einbauen. Eine Federmechanik hilft, beim Herablassen und Hochdrücken das Gewicht der Kleider aufzunehmen und abzufedern und unterstützt so den Benutzer. Die Mechanik kann mit sehr geringem Kraftaufwand bedient werden. Die Stange kann auf jede gewünschte Höhe abgesenkt werden und bleibt dann in dieser Position stehen. In gleicher Weise wird sie nach Benutzung wieder in die Ausgangsposition zurückgeschoben.

Elektrische Kleiderstangen benötigen einen Elektroanschluss. Sie sind deutlich teurer als manuell bedienbare Stangen, aber auch einfacher in der Bedienung. Sie erfolgt per Funk-Fernbedienung und erfordert keinerlei Kraftaufwand. Eine gute Lösung, besonders für Menschen im Rollstuhl. Beide Kleiderliftarten sind für die üblichen Schrankbreiten erhältlich.

Beleuchtete Kleiderstangen sind insbesondere bei verminderter Sehkraft zu empfehlen. Die beleuchtete Kleiderstange ermöglicht eine blendfreie Ausleuchtung des Kleiderschrankes und erleichtert somit die Kleiderauswahl und Organisation des Schrankinhaltes.

Eine Auszugskleiderstange verschafft einen besseren Überblick und erleichtert den Zugriff auf die hinten hängenden Kleidungsstücke. Durch das Herausziehen der Kleiderstange lässt sich das gesuchte Kleidungsstück schnell finden und aus dem Schrank nehmen. Wird die Kleiderstange entsprechend tiefer angebracht, können auch Rollstuhlfahrer die Kleidungsstücke im Sitzen einfach aus dem Schrank nehmen. Zu empfehlen ist dies insbesondere bei Schränken, die nicht so tief sind wie die üblichen Kleiderschränke.

Schrankgriffe

Bei der Auswahl der Griffe sollte auf gute Handhabbarkeit geachtet werden. Ergonomische Stangen- oder Bügelgriffe erleichtern das eigenständige Bedienen der Türen. Unter ergonomischen Bügelgriffen versteht man Griffe, die eine geschlossene Form und abgerundete Kanten haben.

Stangengriffe aus solidem Material bieten dem Nutzer zusätzliche Sicherheit. Stangengriffe ermöglichen unterschiedliche Greifhöhen. Dies ist insbesondere von Vorteil, wenn in einem Haushalt Personen mit sehr unterschiedlichen individuellen Greifhöhen wohnen.

Alternativ können Schranktüren mit Tippbeschlägen ausgerüstet werden. Ein sanftes Anstoßen genügt, um die Schranktüre zu öffnen oder zu schließen. So sind die Hände frei zum Halten und Tragen, oder um sich festzuhalten. Diese Automatik sollte allerdings nicht bei Menschen mit Demenz eingesetzt werden. Rein optisch ist bei derartigen Schranktüren nicht erkennbar, an welcher Stelle die Türe öffnet. Dies kann zu Verunsicherung führen.

Griffe mit integrierter Beleuchtung können nachts als blendfreies Orientierungslicht eingesetzt werden

Scharniere

Insbesondere für Menschen mit einer verminderten Sehfähigkeit können offene Schranktüren, die weit in den Raum hineinragen, eine Verletzungsgefahr darstellen. Eine Nachrüstung mit entsprechenden Scharnieren kann das Verletzungsrisiko reduzieren.

Die Ausstattung der Türen mit Scharnieren, die einen extra großen Öffnungswinkel von 165° haben, ermöglicht einen ungestörten Zugang zum Schrank. Vorhandene Schränke können relativ einfach mit diesen Scharnieren nachgerüstet werden.

Eine andere Variante sind Scharniere, die die Schranktüren seitlich in den Schrank einfahren lassen. Dies hat den Vorteil, dass keine Schranktüre die Bewegungsfreiheit einschränkt. Dagegen spricht, dass dieses System nicht so einfach nachrüstbar ist und sich die vorhandene Lagerfläche im Schrank reduziert.

Sockelhöhe

Bei rollstuhlgerechten Schränken sollte unbedingt auf einen unterfahrbaren Sockel geachtet werden, damit der Rollstuhlfahrer möglichst nah an den Schrank herankommt, ohne sich die Füße zu stoßen. Es wird eine Sockelhöhe von 30 cm empfohlen, damit zumindest die Rollstuhlfußrasten unter dem Schrank Platz haben und der Schrankinhalt leichter erreicht werden kann.

Das Sofa stellt im fortgeschrittenen Alter oft einen wichtigen Aufenthaltsort dar. Es ist nicht nur eine Sitzgelegenheit, sondern bietet auch die Möglichkeit sich tagsüber liegend auszuruhen.

Die Höhe des Sofas sollte ein leichtes Aufstehen ermöglichen. Ist dies beim eigenen Sofa nicht der Fall, können ein Katapultsitz oder Möbelerhöhungen Abhilfe schaffen. Die individuelle bequeme Sitzhöhe ist abhängig von der Größe einer Person. Sie liegt meist zwischen 40 und 55 cm.

Abgesehen von der Sitzhöhe ist auch die Sitztiefe zu beachten. Eine zu große Sitztiefe bewirkt, dass man sich entweder nicht anlehnen kann oder die Füße in der Luft hängen. Beides wird meist als unbequem empfunden. Anderseits ist bei zu niedriger Sitztiefe kein sicherer Schlaf auf dem Sofa möglich. Eine Alternative stellen Sofas dar, bei denen die Rückenlehne in der Tiefe verstellt werden kann.

Sofas mit körpergerechten Arm- und Nackenstützen bieten weiteren Komfort. Die Armlehnen können auch als Aufstehhilfe verwendet werden. Sie sollten daher ausreichend breit und stabil ausgestattet sein, so dass ein sicheres Abstützen möglich ist.

Wenn das autonome Aufstehen aus eigener Kraft oder auf Grund mangelnder Bewegungsfähigkeit zunehmend schwerfällt, kann ein Relaxsessel mit Aufstehhilfe einen gemütlichen Platz in der Wohnung bieten.

Der Relaxsessel in der Werkstatt Wohnen kann mit Hilfe eines kleinen Hebels elektrisch in verschiedene Positionen gestellt werden. Die Rückenlehne und die Fußstütze können unabhängig von einander verstellt werden. Gasdruck sorgt dafür, dass der Sessel langsam angehoben, leicht nach vorne gekippt wird. Dies ermöglicht ein kraftsparendes Aufstehen.